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27.11.2016

Eine Siedlung feiert Geburtstag

In diesem Jahr wird die Siedlung »Zur Sonnenseite« in Dortmund-Eving 90 Jahre alt. Sie gehört damit zu den ältesten und auch bemerkenswertesten Siedlungen des großen Dortmunder Wohnungsunternehmens DOGEWO21, das zur Entstehungszeit noch Dortmunder Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft (DGSG) hieß. Der 90. Geburtstag ist ein guter Grund, in den dunklen Monaten des Jahres mal einen Blick auf die Geschichte der »Sonnenseite« zu werfen.

Nach dem 1. Weltkrieg wuchs die Bevölkerung in Dortmund durch die Industrialisierung rasant. Wohnraum, insbesondere bezahlbarer Wohnraum, war knapp. Das galt vor allem für besonders benachteiligte Bevölkerungsgruppen wie Lungenkranke, Kinderreiche oder Schwerkriegsbeschädigte. Für diese Gruppen wurde in den 1920er-Jahren die Siedlung »Zur Sonnenseite« gebaut. Stadtbaurat Hans Strobel – der im Übrigen 1918 die Gründung des Wohnungsunternehmens initiiert hatte – plante Größe und Ausstattung der Wohnungen.

Dabei sind Strobels Ideen noch heute modern: Jede der 268 Wohnungen sollte genügend Sonne und Licht erhalten – daher der Name der Siedlung. Wohnräume und Balkone liegen nach Süden und zur Gartenseite. Auch an Gärten – wichtig für die Selbstversorgung mit Obst und Gemüse – im Innenbereich der Siedlung wurde gedacht. Und wem das immer noch nicht reicht, der findet in der 1925 errichteten gleichnamigen Kleingartenanlage zwischen der Wal decker und der Württemberger Straße seinen Platz an der Sonne.

38 Mark für 76 m²

Mit einer durchschnittlichen Wohnungsgröße von 76,5 m² waren die Wohnungen für damalige Verhältnisse überdurchschnittlich groß. Und sie waren für die Menschen, für die sie gebaut wurden, bezahlbar: Der Mietpreis betrug bei Bezug 38 Mark für eine 3 ½ Zimmer Wohnung! Die Gesamtherstellungskosten lagen bei rund 9.000 Mark pro Wohnung. Beträge, von denen Mieter und Vermieter heute nur noch träumen können…

Aufgrund des wegweisenden Konzepts der Siedlung und der nach wie vor intakten Siedlungsstruktur wurde die Siedlung, die im Bereich der Bayrischen Straße, der Kemminghauser Straße, der Waldecker Straße und der Württemberger Straße ein Karree bildet, denkmalgeschützt und sieht heute noch fast so aus wie vor 90 Jahren.

Modernisierungsarbeiten sind daher mit besonderen Auflagen verbunden und werden in allen Einzelheiten mit dem Denkmalamt der Stadt Dortmund abgestimmt. In den letzten Jahren sind beispielsweise alle Original-Haustüren nicht einfach ersetzt worden. Sie wurden vielmehr ausgebaut, von Fachfirmen überarbeitet und in den Originalfarben gestrichen.

Der Evinger Geschichtsverein hat sich übrigens anlässlich des Jubiläumsjahres intensiv mit der Geschichte der Siedlung beschäftigt und eine kleine Broschüre erarbeitet, die in diesen Tagen erscheint. DOGEWO21 hat sich an der Finanzierung der Broschüre beteiligt und stellt allen Mietern der »Sonnenseite« ein Exemplar zur Verfügung. Leser/-innen der »einundzwanzig«, die sich für die Geschichte der »Sonnenseite« interessieren, erhalten ein kostenloses Exemplar der Broschüre im Kundenzentrum von DOGEWO21 in der Landgrafenstraße 77.

Modernisierungsarbeiten werden mit dem Denkmalamt der Stadt Dortmund abgestimmt. So ist gewährleistet, dass der Ursprung der Häuser an der »Sonnenseite« nahezu erhalten bleibt.