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27.11.2016

Flex und Schraubendreher

Manchmal lässt Paula Spieckermann in der Ausbildung die Funken fliegen. Immer dann, wenn es an die Flex geht. Doch meistens fliegen eher die Späne, wenn es nämlich heißt: Sägen, Feilen, Bohren. Die 20-Jährige ist eine von insgesamt zehn Industriemechaniker-Azubis bei DSW21.

Nach Ende ihrer Ausbildung sorgen Industriemechaniker bei DSW21 dafür, dass Stadtbahnen, Weichen und Oberleitungen, Fahrtreppen und Aufzüge überprüft, repariert und gewartet werden. Bauteile müssen hergestellt und angepasst, Fehler gesucht und Störungen behoben werden. Doch das kommt später, aktuell befindet sich Paula Spieckermann im 2. Lehrjahr. Nach der Grundausbildung Metall stehen nun auch Pneumatik und Elektrik, die Erstellung von Plänen und vieles mehr auf dem Stundenplan in der Ausbildungswerkstatt von DSW21 und DEW21 und in der Berufsschule. Nach der Abschlussprüfung Teil 1 – der ehemaligen Zwischenprüfung – wird sie im nächsten Jahr zum ersten Mal in die Praxis gehen, wahrscheinlich in die DSW21-Stadtbahnwerkstatt.

Dort gibt es viel schweres »Gerät«, das sieht Paula Spieckermann aber gelassen: „Für schwere Sachen gibt es Hilfsmittel oder man fragt halt jemanden, ob er mit anpacken kann. Das machen wir in der Ausbildungswerkstatt ja generell auch so.“ Dass der Tonfall in der Werkstatt dabei eher locker ist, findet sie angenehm: „Das ist halt kein »Kannst du mir mal bitte helfen...«, sondern ein »Mach mal!«.

Die Auszubildende, die aus einer Familie kommt, in der immer viel gebastelt und gewerkelt wurde, stellte bereits im Praktikum bei einem Autozulieferer in der 10. Klasse fest, dass sie sich in der Werkstatt wohlfühlt. Nach dem Fachabi bewarb sie sich bei DSW21. „Es schadet nicht, wenn man schon einmal ein Werkzeug in der Hand gehabt hat, aber man lernt eigentlich alles in der Ausbildung“, bemerkt sie. Ähnlich entspannt sieht sie die Frage, wie dreckig man sich eigentlich in diesem Job macht: „Natürlich fliegen schon mal die Späne oder man hat Öl an der Jacke. Aber dafür hat man ja Arbeitskleidung.“

Unter Strom

Keine Angst, sich mal die Finger schmutzig zu machen, hat auch Daniela Bohländer, die sich in der Ausbildung zur Elektronikerin für Betriebstechnik bei DEW21 befindet. Sie stammt aus einer echten Handwerker-Familie und hatte schon als Kind Schraubendreher und Hammer in der Hand. Da kam es nicht überraschend, dass die Tochter eines Elektrikers nach dem Abitur eine technische Ausbildung machen wollte. Doch das war für die 21-Jährige gar nicht so einfach: „Manche meldeten sich gar nicht, andere haben mir rundheraus gesagt: »Wir wollen keine Frauen in der Werkstatt«. Ob ich nicht lieber ins Büro wolle?“ Doch sie blieb hartnäckig, bewarb sich bei DEW21 und fühlt sich auch im zweiten Jahr der Ausbildung sehr gut aufgehoben. „Vom ersten Tag an lief es super.“ Es gibt für die insgesamt acht Frauen in der Ausbildungswerkstatt keine Sonderbehandlung, aber: „Die Ausbilder achten schon darauf, dass alle fair behandelt werden.“

Aktuell lernen Daniela Bohländer und die anderen DSW21- und DEW21-Elektroniker-Azubis – über alle Jahrgänge hinweg sind es insgesamt 25 – die Grundlagen wie etwa Schaltungen, Verkabelungen oder Messtechnik, nach der Abschlussprüfung Teil 1 geht es dann in die Betriebspraxis. Elektroniker für Betriebstechnik (Industrieelektroniker) sorgen dafür, dass die elektrischen und elektronischen Anlagen der Energieversorgung reibungslos laufen, von der großen Schaltanlage bis hin zum Stromzähler. Dazu gehören auch die Steuerungs- und Regelungstechnik, die Fehlersuche mit Messtechnik und die Dokumentation von Schaltungen.

Die meisten Bauteile und Werkzeuge sind bei den Elektronikern leicht, aber auch hier gibt es große und schwere Teile. Daniela Bohländer fühlt sich aber dafür gerüstet: „Wir lernen, die nötigen Hilfen oder Techniken zu benutzen, etwa mit Hebelwirkung zu arbeiten. Im Außendienst ist man später meist nur zur zweit, dann muss man ja auch klarkommen.“ Klar kommt sie auch in der Theorie. Alles machbar, meint die Dortmunderin: „Ein gewisses Grundverständnis von Technik und Mathe muss man sicher haben, aber man lernt eigentlich alles in der Ausbildungswerkstatt und in der Berufsschule.“

Interesse?
Informationen zu den Ausbildungsberufen bei DSW21 und DEW21, die gemeinsam ausbilden, finden Sie auf
www.startchancen.de.
Bewerbungen für das Jahr 2017 sind jetzt bereits möglich.

Dieter Heuvemann (r.), Leiter der Ausbildungswerkstatt, erklärt Paula Spieckermann (l.) ein Bauteil. DSW21 und DEW21 bilden gemeinsam aus.