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DSW21-Gruppe

27.11.2016

Den Konzern DSW21 verstehen

Der Flughafen ist ein strate gisch wichtiger Bestandteil für Dortmund und die Region, mit rund zwei Mio. Passagieren pro Jahr hat er sich im östlichen Ruhrgebiet etabliert.

Viele Aktionäre traf es wie ein Keulenschlag und unvorbereitet, als der Essener RWE-Konzern am 17. Februar dieses Jahres ankündigte, in 2016 keine Dividende für das Geschäftsjahr 2015 auszuschütten. Fast 500 Mio. € hatte DSW21 als größter kommunaler Aktionär in den zurückliegenden zehn Jahren an Ausschüttungen erhalten. Hiermit und mit weiteren Erträgen aus Energiebeteiligungen ist es DSW21 im Wesentlichen gelungen, den jährlichen Verlust bei Bussen und Bahnen aus eigener Kraft auszugleichen. Doch ist damit nun Schluss und ein über Jahrzehnte gut funktionierendes Modell ins Wanken geraten?

So dramatisch will Jörg Jacoby, Finanzdirektor bei DSW21, das nicht sehen: „Es ist sicherlich nicht schön, dass in diesem Jahr rund 20 Mio. € in der Kasse fehlen, die wir 2015 noch von RWE erhalten haben. Aber das ist nur eine von vielen Herausforderungen, vor denen wir jetzt und in den nächsten Jahren stehen und denen wir uns stellen müssen und stellen wollen.“ Ein Blick, der gleichzeitig zurück und in die Zukunft gerichtet ist, soll erklären, warum die DSW21-Gruppe als Konzern in ihrer jetzigen Zusammensetzung so gewollt gewesen und auch zukunftsfähig ist.

Längst nicht mehr jeder Dortmunder kann sich daran erinnern, dass vor etwa 30 Jahren ein Gefecht entbrannte, wer ab 1995 die Stadt und ihre Bürger mit Strom versorgt. Die Stadtwerke als klassisches Querverbundunternehmen (Erdgas, Fernwärme, Wasser, Verkehr) hatten Geld zurückgelegt, um die Stromverteilung vom damaligen Dortmunder Versorger VEW zu übernehmen, was diesem weniger gefiel. „Rauft euch zusammen und gründet eine gemeinsame Gesellschaft“, entschied der Rat der Stadt Dortmund am 8. Oktober 1992. Das war quasi die Geburtsstunde von DEW21, die seit 1995 »das« Dortmunder Energie- und Wasserversorgungsunternehmen ist. Und noch eine zweite Aufgabe gab der Rat den damaligen Stadtwerken 1992 mit auf den Weg: „Legt euer Geld, das ihr für die Übernahme der Stromverteilung zurückgelegt habt, nicht auf die hohe Kante, sondern investiert es in die Stadt und in ihre Infrastruktur.“

Die 21er-Familie

Gesagt – getan: Schon Anfang 1992 war der Flughafen an die Stadtwerke »angedockt« worden, weitere Unternehmen wie DOGEWO oder DOKOM kamen hinzu oder wurden neu gegründet. Und als die Britische Rheinarmee Mitte der 1990er-Jahre Dortmund verließ und die Stahlkrise ihre Spuren zog, wurden viele Flächen frei, die die Stadtwerke für Infrastrukturprojekte entwickelten. Die Suffolk Barracks in der südöstlichen Innenstadt, die Stadtkrone Ost, Hohenbuschei in Brackel (Bild S. 4) und natürlich der PHOENIX See in Hörde sind Projekte, die von den Stadtwerken zum Teil mit Partnerunternehmen mit Erfolg entwickelt wurden. Aktuell wird das »Wohnquartier Mitte« vorbereitet, die Bebauung einer ehemaligen Gebäude- und Lagerfläche, die an das DSW21-Verwaltungsgebäude an der Deggingstraße grenzt. Und auf der Westfalenhütte wird unter Regie der jüngsten Tochter »Dortmund Logistik« eine 58 ha große Fläche baureif gemacht, von der 16 ha von der REWE Dortmund künftig für ein Frischelager genutzt werden.

Um transparent zu machen, wer so alles zur DSW-Familie gehört, erhalten seit 2005 DSW selbst sowie alle Gesellschaften, an denen die Dortmunder Stadtwerke mit mindestens 51 % beteiligt sind, eine 21 als »Anhängsel«. Im seinerzeit noch jungen 21. Jahrhundert sollte die 21 aber auch deutlich machen, dass sich der Konzern für dieses gut aufgestellt sieht.

Viele Herausforderungen

Auch aus heutiger Sicht haben die Beteiligungen von DSW21 an RWE (DSW21 hält 23,6 Mio. Aktien an RWE), an Gelsenwasser (gemeinsam mit den Stadtwerken Bochum) und die Übernahme der STEAG durch ein Stadtwerke-Konsortium ebenso dazu beigetragen, dass DSW21 auf einem soliden Fundament steht, auch wenn die Zeiten schwieriger geworden sind. Allein 34 Mio. € haben die Gelsenwasser-Anteile im vergangenen Geschäftsjahr in die DSW21-Kasse gespült, 11,2 Mio. kamen zusätzlich durch die STEAG-Anteile in Dortmund an, auch wenn diese Quelle in den nächsten Jahren nicht mehr ganz so kräftig sprudeln wird. Jörg Jacoby: „So sind wir in der Lage, einen hochwertigen Nahverkehr anzubieten und als Konzern jährlich 100 Mio. € in die Dortmunder Infrastruktur zu investieren, wovon die Stadt Dortmund und die Menschen, die hier leben, profitieren. Auch wenn wir jetzt infolge einer politisch vorgegebenen Energiewende, die der Branche und damit unseren Beteiligungsunternehmen zusetzt, und durch eine Zinspolitik, die gleichermaßen Banken, Sparern, Lebensversicherern und allen Unternehmen, die ihren ehemaligen Mitarbeitern eine Betriebsrente zahlen, zu schaffen macht, so ist das kein Grund, in Schwarzmalerei zu verfallen. Ebenso wenig werden wir uns mal eben von unseren RWE-Aktien trennen, deren Wert Ende 2015 bei rund 11 € pro Aktie lag und sich jetzt wieder bei etwa 14 € eingependelt hat. Bei 23,6 Mio. Aktien entspricht das in diesem Jahr einem Wertzuwachs von etwa 70 Mio. €. Als Unternehmen und als Konzern müssen und wollen wir uns allen Herausforderungen stellen, damit wir für Dortmund weiterhin eine sichere Bank bleiben. So wie sich DSW21 als Konzern oder Gruppe in der Breite aufgestellt hat, werden wir auch weiterhin dazu beitragen können, dass wir für Dortmund eine wertvolle Marke sind.“

Die Gewinnausschüttungen von RWE und STEAG haben über viele Jahre dazu beigetragen, einen hochwertigen Nahverkehr in Dortmund zu finanzieren.